Die Altstadt Quedlinburg ist eine der schönsten historischen Städte in Deutschland und ein extrem sehenswertes UNESCO Weltkulturerbe: Du kannst 2.100 Fachwerkhäuser bewundern – und in einigen sogar wohnen! Ich war hier und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser direkt in der historischen Altstadt.
➔ So schauen sie aus: Alle Details & Bilder auf der offiziellen Webseite der Harz Domizile.
Quedlinburg Advent in den Höfen: Wenn historische Tore ihre Geheimnisse lüften
Er ist der Höhepunkt der Quedlinburger Weihnachtszeit und lockt jedes Jahr Tausende Begeisterte aus ganz Europa an: der Advent in den Höfen. Rund 20 private Innenhöfe mit besonders schönen historischen Fachwerkhäusern öffnen exklusiv für den Weihnachtsmarkt in Quedlinburg ihre Holztore. Dahinter offenbaren sich zauberhafte Welten aus Kunsthandwerk, Harzer Spezialitäten und stimmungsvoller Live-Musik. So kannst du an den ersten drei Adventswochenenden einen echt außergewöhnlichen Weihnachtsmarkt in Quedlinburg besuchen.
Was macht den „Advent in den Höfen“ so besonders?
Während sich der klassische Weihnachtsmarkt vor dem historischen Quedlinburger Rathaus auf dem Marktplatz abspielt, führt dich der Advent in den Höfen in die sonst verborgenen Winkel der Altstadt. Die Bewohner, lokale Vereine und Künstler verwandeln ihre sonst privaten Anwesen für wenige Tage im Jahr in kleine, individuelle Weihnachtswelten. Dadurch gleicht kein einziger Hof dem anderen.
Sobald du durch eines der Tore trittst, lässt du den Trubel der Pflastergassen hinter dir und kommst in eine eigene kleine Welt mit persönlicher Atmosphäre. In den beleuchteten Innenhöfen aus der Gotik, der Renaissance oder dem Barock präsentieren Kunsthandwerker ihre Unikate – von filigranem Schmuck über Töpferarbeiten bis hin zu Holzschnitzereien aus dem Harz. Auch kulinarisch geht das Angebot weit über das gewohnte Repertoire hinaus: Neben duftendem Glühwein schenken die Gastgeber oft hausgemachte Fruchtweine oder Beerenmet aus und reichen dazu deftigen Mutzbraten, frische Schmalzkringel oder andere regionale Spezialitäten.
Termine & Öffnungszeiten Advent in den Höfen
Der Advent in den Höfen findet ausschließlich an den ersten drei Adventswochenenden statt:
- 1. Adventswochenende: Samstag & Sonntag
- 2. Adventswochenende: Samstag & Sonntag
- 3. Adventswochenende: Samstag & Sonntag
- Öffnungszeiten der Höfe: Jeweils samstags und sonntags von 11:00 bis 19:00 Uhr (Der Eintritt in die Altstadt und zu den Höfen ist frei).
Wichtig zu wissen: Unter der Woche (Montag bis Freitag) sowie am 4. Adventswochenende sind die privaten Höfe geschlossen! Der Hauptweihnachtsmarkt auf dem Marktplatz hat dagegen durchgehend geöffnet.
So findest du die schönsten Höfe
Damit du dich in der Altstadt Quedlinburg nicht verläufst, sind alle Höfe gut sichtbar durchnummeriert. Als Kompass dient dir der offizielle Höfe-Plan, den du dir vor Ort am Informationsstand auf dem Marktplatz oder in der Tourist-Information mitnehmen kannst. Auf dieser Karte sind alle Anwesen verzeichnet und mit ihren jeweiligen gestalterischen Schwerpunkten beschrieben. Wen du dich einfach treiben lassen möchtest, folgst du den festlich geschmückten Toren durch die Stadt. Zu den bekanntesten und eindrucksvollsten Hotspots gehören die Ensembles rund um die Wordgasse, der geschichtsträchtige Adventshof in der Hohen Straße 28 sowie die romantischen Höfe im Quartier Gildschaft direkt unterhalb des aufragenden Schlossbergs.
Die Highlights: 10 Höfe, die du gesehen haben musst
Jeder der rund 20 teilnehmenden Höfe bei Advent in den Höfen wird von seinen Eigentümern, Kunsthandwerkern und lokalen Vereinen mit ganz viel Herzblut unter einem eigenen Thema herausgeputzt. Das sind hier 10 absolut lohnende Zwischenstopps, die du auf keinen Fall verpassen solltest:
- Das Adventshaus (Hohe Straße 28): Ein ehemaliger Ackerbürgerhof aus dem 17. Jahrhundert, der als eine der Geburtsstätten des Höfe-Advents gilt. Hinter dem mächtigen Holztor wartet ein antikes Flair, ein über 800 Jahre alter Gewölbekeller und eine historische Schwarze Küche. Bekannt ist der Hof vor allem für seinen nach Geheimrezept eingekochten Glühwein, dampfende Suppen aus dem großen Kessel und kleine, feine Antiquitäten.
- Der Fleischhof (Wordgasse 4): Dieser Renaissance-Freihof geht bis auf das Jahr 1316 zurück und beeindruckt schon beim Eintreten mit gewaltigen Fachwerkfronten. Heute hat hier das Deutsche Fachwerkzentrum seinen Sitz. Im Advent findest du hier handgefertigte Kunstwerke und stimmungsvolle Live-Musik.
- Der Halberstädter Hof (Blasiistraße 11): Einer der weitläufigsten und prachtvollsten Höfe der Altstadt. Wenn du etwas mehr Platz zum Flanieren suchst, bist du hier genau richtig. Zwischen den geschlossenen Fachwerkwänden erwarten dich Stände mit edlem Schmuck, Keramik und Textilien sowie regelmäßige Auftritte von Chören und Blaskapellen.
- Der Adventshof Steinweg 74: Ein historischer Ackerbürgerhof von 1692, den die Besitzer vor dem Verfall gerettet und mit unglaublicher Liebe zum Detail saniert haben. Hier triffst du auf ehrliche, persönliche Gastfreundschaft. An den lodernden Feuerschalen kannst du dich bei herzhaften Leckereien wunderbar aufwärmen und direkt mit den Hausherren ins Gespräch kommen.
- Hof am Ständerbau (Wordgasse 3): Dieser kleine Hof schmiegt sich direkt an das älteste Fachwerkhaus Quedlinburgs (erbaut 1346/47). Die Kulisse versprüht Mittelalter-Romantik pur: Enge Wege, der Duft von Holz und Zimt sowie filigrane, handgearbeitete Schnitzereien und Papierkunst machen den Besuch zu einer kleinen Zeitreise.
- Hof am Klopstockhaus (Schlossberg): Direkt am Fuß der Stiftskirche gelegen, bietet dieser Hof einen spektakulären Blick nach oben auf den beleuchteten Schlossberg. Durch die Nähe zum Geburtshaus des Dichterfürsten Klopstock weht hier ein literarischer Wind: Es gibt romantische Lesungen, feinen Winzerglühwein und eine bezaubernde Lichtstimmung.
- Der Gildehof (Gildschaft): Mitten in den verwinkelten Gassen nahe dem Finkenherd liegt dieser malerische Handwerkerhof. Hier steht echtes Schaffen im Mittelpunkt: Töpfer, Glasbläser und Goldschmiede lassen sich teilweise direkt bei der Arbeit über die Schulter schauen. Der ideale Ort, wenn du auf der Suche nach einem echten Unikat als Weihnachtsgeschenk bist.
- Hof am Kornmarkt: Dank seiner zentralen Lage direkt am Übergang vom Marktplatz ist dieser Hof die perfekte erste Anlaufstelle nach dem Weihnachtsmarktbummel. Bekannt ist er für farbenfrohe Glaskunst, handgemachte Keramik und besonderen regionalen Beerenmet, der von innen wärmt.
- Kunsthof Pölkenstraße: Du suchst nach einer modernen Note abseits des klassischen Adventskitsches? Im östlichen Teil der Altstadt öffnet dieser Hof seine Tore für zeitgenössisches Design, Malerei, Fotografie und Kunsthandwerk. Auch kulinarisch geht es hier etwas kreativer zu – etwa mit hausgemachten vegetarischen und veganen Leckereien.
- Hof der Stiftung Neinstedt: Ein echter „Hof der Herzen“, der von Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam gestaltet und betrieben wird. Die Atmosphäre ist unheimlich warm und herzlich. An den Ständen gibt es liebevoll gefertigte Holzspielzeuge, Kerzen und Töpferwaren aus den diakonischen Werkstätten, während in der Luft der Duft von frischen Waffeln und heißem Punsch liegt.
Insider-Tipps für deinen Besuch
Um den Zauber der Höfe unbeschwert genießen zu können, lohnt sich eine gute Planung. Der stärkste Besucheraudrang konzentriert sich erfahrungsgemäß auf die Nachmittagsstunden zwischen 13:00 und 16:30 Uhr. Wenn du den Advent in den Höfen in Ruhe erkunden möchtest, startest du deine Entdeckungstour deshalb idealerweise direkt zur Eröffnung um 11:00 Uhr am Vormittag.
Romantiker sollten den Spaziergang hingegen bewusst in die Dämmerung hinein verlängern. Wenn die Sonne hinter den Fachwerkgiebeln versinkt und Fackeln, Schwedenfeuer sowie unzählige Lichterketten die alten Mauern in ein warmes Licht tauchen, entfaltet sich die eigentliche Faszination dieses Ortes.
Denke beim Anziehen unbedingt an festes, warm gefüttertes Schuhwerk ohne flache Sohlen. Da der Weg fast ausnahmslos über Jahrhunderte altes Kopfsteinpflaster, unebene Hofbeläge und Stufen führt, sind warme Schuhe mit einer guten Sohle ideal. Zudem empfiehlt es sich, ausreichend Bargeld einzupacken. Obwohl bargeldloses Zahlen immer häufiger angeboten wird, bevorzugen viele der kleinen Kunsthandwerker-Stände in den Höfen weiterhin Bares – auch weil der Mobilfunkempfang hinter den dicken historischen Fachwerkmauern gelegentlich schwankt.
