Die Altstadt Quedlinburg ist eine der schönsten historischen Städte in Deutschland und ein extrem sehenswertes UNESCO Weltkulturerbe: Du kannst 2.100 Fachwerkhäuser bewundern – und in einigen sogar wohnen! Ich war hier und habe Jan Ziesing kennengelernt. Der gebürtige Quedlingburger ist nach der Wende in seiner Heimat geblieben und hat einige historische Häuser als Harz Domizile renoviert. Es sind richtig hübsche Ferienwohnungen und Ferienhäuser direkt in der historischen Altstadt.
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Mitten drin im Weltkulturerbe: Der Marktplatz Quedlinburg
Das Erste, was du spürst, wenn du den Marktplatz betrittst, ist das Kopfsteinpflaster unter den Sohlen. Hier ist nichts glattgezogen oder künstlich auf alt getrimmt – jeder Stein liegt hier gefühlt seit Jahrhunderten. Wenn du dich umschaust, blickst du auf ganz viele farbenfrohe, herrlich schiefe Fachwerkhäuser. Jedes Haus sieht anders aus: manche mit geschnitzten Figuren unter dem Dach, andere mit bunten Blumenkästen vor den Sprossenfenstern.
Egal zu welcher Jahreszeit du hier stehst, der Platz hat immer eine ganz besondere Ausstrahlung. Im Frühling und Sommer stehen Stühle draußen, der Duft von frischem Kaffee, Flammkuchen und regionalem Bier liegt in der Luft. Du hörst das Gemurmel der Besucher und ab und zu die kleine Bimmelbahn, die hier ihre Runde startet. Es ist genau der richtige Ort, um in der Altstadt Quedlinburg anzukommen und das Treiben in aller Ruhe zu beobachten.
Sehenswürdigkeiten am Quedlinburger Marktplatz
Wenn du deinen Blick über den Platz schweifen lässt, bleibt er garantiert an der Nordseite hängen. Dort steht das Renaissance-Rathaus. Das Gebäude wirkt absolut nicht wie ein Amt. Der Efeu schlängelt sich über die Sandsteinfassade. Wenn du genauer hinschaust, entdeckst du über dem Eingang das Stadtwappen mit dem Quedlinburger Wappenlöwen und der Reichskrone.
Gleich links neben dem Haupteingang steht ein ganz besonderer Typ: der Quedlinburger Roland. Mit seinen knapp drei Metern Höhe schaut die steinerne Statue über den Marktplatz. Der Roland mit seinem gezückten Schwert war im Mittelalter das Symbol für die städtische Freiheit, Unabhängigkeit und das Marktrecht. Stell dich ruhig mal direkt davor – die Details der Rüstung und das leicht verschmitzte Gesicht des Steinriesen sind aus nächster Nähe beeindruckend.
Ein weiteres Juwel ist das Haus zum Gildebaum (Markt 2). Dieser stattliche Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert hat aufwendig geschnitzte Fächerrosetten und figürliche Darstellungen an der Fassade, die vom enormen Reichtum der einstigen Kaufmannsgilden zeugen.
Ebenfalls prägend für die Ostseite des Platzes ist das Hotel Theophano (Markt 13/14). Es sind eigentlich zwei historische Häuser, deren aufwendig gestaltete Schwellen und barocke Fassadenelemente die Vielfalt der Quedlinburger Baukunst eindrucksvoll zeigen.
Fachwerkkunst aus verschiedenen Jahrhunderten
Was den Marktplatz von Quedlinburg so einzigartig macht, ist die Mischung der Baustile. Besonders prägend ist die Vielfalt der Fachwerkstile aus über fünf Jahrhunderten: Du siehst Fachwerkhäuser aus der Spätgotik, der Renaissance und dem Barock – Fachwerkhaus reiht sich an Fachwerkhaus nahtlos aneinander. Achte mal auf die oberen Etagen der Häuser: Bei den älteren Gebäuden ragen die Obergeschosse oft Stück für Stück nach vorne über das Erdgeschoss hinaus. Das hat man früher gemacht, um Steuern zu sparen – denn für die Steuer wurde die Grundfläche herangezogen!
Schau dir auch die hölzernen Querbalken an. Viele davon sind mit sogenannten Fächerrosetten, Sonnenwirbel, Taubänder oder geschnitzten Sonnenscheiben verziert. An manchen Fassaden siehst du sogar noch alte Inschriften in Altdeutsch oder Latein, mit denen die Bauherren früher ihren Segen für das Haus erbeten haben.
Welche besonderen Feste gibt es am Quedlinburger Marktplatz?
Der Marktplatz in Quedlinburg ist nicht nur Schauplatz für Touristen, sondern das ganze Jahr über der zentrale Treffpunkt für die Einheimischen. Mittwochs und samstags findet hier der traditionelle Wochenmarkt statt. Dann duftet es nach frischem Gemüse, regionalem Käse, Räucherfisch und Blumen und die Quedlinburger halten ihren täglichen Plausch.
Im Dezember wird der Marktplatz zu einem Wintermärchen. Der Quedlinburger Weihnachtsmarkt zählt zu den schönsten Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland. Vor der Kulisse der beleuchteten Fachwerkhäuser duftet es nach Glühwein, Zimt und gebratenen Mandeln. Falls du in der Adventszeit hier bist: Im Rahmen von „Advent in den Höfen“ öffnen sich auch viele private Innenhöfe rund um den Marktplatz, die sonst das ganze Jahr über verschlossen bleiben.
Mein Tipp vor Ort:
Setz dich am späten Nachmittag auf die Stufen rund um den Brunnen oder in ein Café an der Ostseite. Wenn die Sonne langsam hinter den Dachgiebeln untergeht, wirft sie das beste Licht auf das Rathaus und den Roland – perfekt für Erinnerungsfotos!
Praktische Tipps für deinen Besuch am Quedlinburger Marktplatz
- Schuhwerk: Lass die High Heels oder dünnen Sohlen unbedingt zu Hause! Das historische Kopfsteinpflaster ist stellenweise sehr uneben. Bequeme Sneaker oder leichte Wanderschuhe sind die beste Wahl.
- Orientierung & Startpunkt: Der Marktplatz ist der perfekte Ausgangspunkt für jeden Altstadt-Rundgang. Von hier aus kommst du in wenigen Schritten in die berühmten Gassen wie den Hoken, die Hölle oder weiter hinauf zum Schlossberg.
- Barrierefreiheit: Der Platz ist zwar weitgehend flach, aber durch das grobe Pflaster stellenweise holprig. Es gibt gepflasterte Laufstrecken, die etwas glatter sind und sich mit Kinderwagen oder Rollstuhl leichter befahren lassen.
- Tourist-Information: Die zentrale Tourist-Info befindet sich direkt am Marktplatz (im Haus der Sieben Künste / Markt 2). Hier bekommst du Stadtpläne, Tickets für Führungen und aktuelle Tipps für Events.
